10.09.2012

Ist die Schweizer Franken Prognose bei 0,80 pro € Angstmache?

Am europäischen Devisenmarkt steht der Wechselkurs des Euro gegenüber dem Schweizer Franken im Fokus. Das Währungspaar klettert von EUR/CHF 1,2005 auf 1,2154. Dennoch bleiben CHF Prognosen unterhalb des Euro Mindestkurses von 1,20 CHF im öffentlichen Gespräch. Einige Schwarzmaler sehen den Eurokurs langfristig unterhalb der Parität.

„Fremdwährungsexperte Gerhard Massenbauer von Censeo glaubt sogar, dass der Franken bereits in einem Jahr die Marke von 1,20 durchbrechen könnte und langfristig sogar bei 0,80 liegen wird“, schreibt „format.at“. Damit schließt sich Massenbauer der CHF Prognose ohne Mindestkurs des Währungsexperten der Schweizer Großbank UBS, Thomas Flury, an.

Die Schweizer Exportwirtschaft würde massiv leiden, wenn der Eurokurs unter die Parität fiele. Es käme wahrscheinlich zu einem Massensterben kleiner- und mittlerer Unternehmen, wie man es zu Beginn der 1990er Jahre in Deutschland beobachten konnte, als die D-Mark stark aufwertete und die Deutsche Bundesbank eingriff.

75.000 Euro mehr tilgen

Auch für CHF-Kreditnehmer aus der Eurozone, vorwiegend aus Österreich, würde es ganz eng werden, sollte sich die Schweizer Franken Prognose bei 0,80 pro Euro als richtig herausstellen. Die finanziellen Folgen einer massiven Euro-Abwertung würde viele Häuslebauer wahrscheinlich das Eigenheim kosten.

„Kreditnehmer, die nur noch zwei Jahre Laufzeit haben, sollten nicht länger zuwarten, sondern in einen Eurokredit umsteigen“, rät Massenbauer. Problematisch sind die Währungsverluste infolge der Euro Talfahrt von 1,68 auf 1,20 CHF der vergangenen fünf Jahre. Wer im September 2007 einen Frankenkredit in Höhe von 200.000 CHF aufnahm, muss heute rund 275.000 Euro tilgen. Hinzu kommt die Zinsbelastung.

Schwierig ist auch die Wertentwicklung der Tilgungsträger, auf die die Kreditnehmer fleißig eingezahlt haben, weil ihnen die Banken zumeist endfällige CHF-Darlehen verkauften. Das Ansparkonto hat sich wegen der Finanzkrise und der Schuldenkrise in den meisten Fällen nicht so entwickelt, wie es geplant war.